Foto: © Worpsweder Kunststiftung F. Netzel, Worpswede.

Heinrich Vogeler

Mein Garten, 1913
Öl auf Leinwand
Worpsweder Kunststiftung F. Netzel

Das Bild führt in den von runden Formen geprägten, blühenden Garten des Barkenhoffs, dem Wohnhaus Heinrich Vogelers, ein. Von einem Weg und einem Springbrunnen durchbrochen, leitet eine kreisförmige Hecke über einen aufsteigenden, ovalen Weg zu einem Patio über. Die blühenden Frühlingshecken und Bäume des Gartens verraten ein zentrales Bildthema Vogelers: den Frühling. Mit dynamischen Linien und sich farblich voneinander absetzenden Pinselstrichen verleiht Vogeler den runden Formen einen pulsierenden und ornamentalen Charakter, in dem der Jugendstil nachhallt. Nicht selten malte er seine Ehefrau Martha in einer frühlingshaften Umgebung wie dieser.

Biografie

Heinrich Vogeler
Bremen 1872–1942 Kasachstan

Der aus einer wohlhabenden Familie stammende, gebürtige Bremer war der Jüngste unter den Gründern der Künstlervereinigung in Worpswede. Gegen den Willen seines Vaters schloss Vogeler ein Studium der Malerei an der renommierten Düsseldorfer Akademie ab, von wo er mit seinen Kommilitonen zahlreiche Studienreisen nach Flandern und Italien unternahm. 1894 folgte er den anderen Gründern nach Worpswede. Dort bildete er sich bei
Fritz Mackensen fort und lernte seine zukünftige Frau, Martha Schröder, kennen, welche oft für seine Gemälde zugleich Modell und Inspiration war. Seine starke Begabung für das Dekorative nutzt er nicht nur in der Malerei, Buchillustration und Grafik, sondern auch in der Innendekoration und Architektur, wie die Ausgestaltung seines 1895 erworbenen „Barkenhoffs“ im Jugendstil beweist. Der „Barkenhoff“ wird zum kulturellen Zentrum und Treffpunkt der Worpsweder Künstler, Maler wie Dichter.